Berühmte Söhne III
Dichter Friedrich Conrad Müller
Musischer Mediziner
Eine Tafel am Diakonatshaus am Markt erinnert noch heute an den Dichter Friedrich Conrad Müller (1823 bis 1881), der als schillernde Persönlichkeit im Deutschland des 19. Jahrhunderts geschildert wird. Am 14. November 1823 wurde er als Pfarrersohn in Ummerstadt geboren; nach einer Apothekerlehre ging er nach Heidelberg, um dort seine chemisch-naturwissenschaftlichen Studien zu beenden. Später studierte er in Zürich und Bern Medizin. In dieser Zeit schrieb er das Buch „Die traditionelle Heilkunde“. ;
Der Nachname Müller wurde dem Ummerstadter zu schlicht, zu gewöhnlich. Deshalb legte er sich selbst den Beinamen „von der Werra“ zu.
Dass im September 1862 in Coburg der Deutsche Sängerbund gegründet wurde, ist ein Verdienst des „Müllers von der Werra“. Herzog Ernst II bat 1859 den Ummerstadter, eine Hymne zu dichten und zu komponieren. Freudig nahm F.C. Müller den Auftrag entgegen. Beim Sängertag im Herbst 1860 wurde seine Werk „Grüß Gott mit hellem Klang! Heil deutschem Wort und Sang!“ mit viel Beifall bedacht.
1861 gründete der musische Mediziner in Leipzig die Wochenzeitschrift „Die neue Sängerhalle“. Außerdem hatte der „Müller von der Werra“ eine Vorliebe für die Lyrik. Zahlreiche seiner Gedichte sind von Komponisten des 19. Jahrhunderts vertont worden. Weiter verfasste Müller unzählige patriotische Gedichte und einige Bücher wie „Der Freiheit Wunderhorn“ oder „Der Liederhort“.
In späteren Jahren wurden Müller zahlreiche Ehrungen zuteil: So war 1869 Ehrengast bei der Eröffnung des Suezkanals. 1871 wurde er Ehrendoktor der philosophischen Fakultät Leipzig, 1872 ernannte ihn seine Heimatstadt Ummerstadt zum Ehrenbürger. Friedrich Conrad Müller starb am 26. April 1881 in Leipzig.