Aus der Geschichte der Kirchengemeinde Ummerstadt

 

In einer Überlieferung des Klosters Fulda aus dem Jahre 837 wird außer den Ortschaften Heldburg, Hellingen, Eishausen, Gemünda, Seßlach und (Groß-) Walbur auch ein Dorf

(„villa“) Untrangeuui erwähnt, eine vermutlich nahe dem heutigen Ummerstadt gelegene abgegangene Siedlung, von Wald umgeben. 1223 (Febr. 1) ist dann erstmals der Name Ummerstadt in einer Urkunde bezeugt, aus der u.a. hervorgeht, dass das Bistum Würzburg hier Grund und Boden besaß. Bis zur Reformationszeit gehörte die Kirchengemeinde Ummerstadt, dessen Kirchenpatronat der Bischof von Würzburg inne hatte, zum Würzburger Landkapitel Coburg. Die Mutterpfarrei war Heldburg. 1290 (Jan. 20) wird erstmals ein Geistlicher erwähnt: Ludwicus plebanus in Ummerstadt.

Anlässlich eines Schiedsspruchs des Grafen Hermann I. von Henneberg auf dem Straufhain (bei Streufdorf) wird 1245 (nach dem 21. März) ein Schultheiß zu Ummerstadt namens Arnold genannt. Seine Amtsbezeichnung (scultetus) deutet darauf hin, dass er in landesherrlichem Auftrag, der Grafen von Henneberg, das nunmehrige Städtchen Ummerstadt verwaltete. Jenes Grafengeschlecht, auf das die Gründung zahlreicher Ansiedlungen vor allem im Einzugsgebiet des Grabfeldgaues zurückgeht, dürfte daher auch für die planmäßige Anlage dieses Städtchens verantwortlich gewesen sein. Eine Urkunde von 1290 (Jan. 20) bestätigt, dass Ummerstadt bereits das Stadtrecht besaß: so wird der damalige Schultheiß Heinrich, genannt Wirt, als Zeuge unmittelbar mit Christian, dem Schultheiß von Coburg genannt, wobei Christian in seinem Amt die landesherrlichen Interessen in der Stadt Coburg wahrnahm. Im Urbar des Grafen Berthold VII. von Henneberg-Schleusingen (ca. 1317) wird Ummerstadt nun auch als „stat“ bezeichnet, die zum Amt Heldburg gehörte. Als 1319 (Juli 28) Graf Berthold VII. Güter zu Sulzbach (abgegangene Siedlung bei Ummerstadt, an die noch der Name eines Baches erinnert), dem Stift zu Schmalkalden vermachte, wird Ummerstadt „opidum“ genannt: das lässt darauf schließen, dass der Ort eine gewisse Wehrhaftigkeit (Mauern und Tore) auf wies. Um  1340 suchten in der Stadt auch die Bewohner von Sulzbach, Schappach (ebenfalls abgegangene Siedlung nördlich von Ummerstadt, an die der Name eines Baches erinnert) und Erlebach (1987) abgerissen) das Gericht auf, der Nachbardörfer, die bereits im 13. Jahrhundert bezeugt sind.

 

1394 (Dez. 2) ließen sich die Bürger „unseres Stedtleins zu Ummerstadt“ von ihrem Landesherren, Landgrafen Balthasar zu Thüringen, die ihnen einst von den Grafen von Henneberg verliehene Stadtfreiheit und die damit verbundenen Rechte bestätigen bzw. neu verleihen, nachdem sie die entsprechenden Freiheitsbriefe verloren hätten. Damit dürften sie jenes Stadtrecht erhalten haben, das von Coburg ausgehend u.a. auch zu Heldburg, Rodach, Eisfeld, Römhild und Hildburghausen in Geltung war. Bestätigt bzw. verliehen wurde der Stadt das Abhalten von zwei Jahrmärkten an Bartholomäus (24. August) und an Andreas (30. November), dazu einen freien Wochenmarkt jeweils am Donnerstag. Die beiden Apostel Bartholomäus und Andreas sind zugleich auch die Namen der Patrozinien  der beiden Ummerstadter Kirchen: der älteren Bergkirche bzw. Andreaskirche und der jüngeren Stadtkirche bzw. Bartholomäuskirche.

Die ältere Kirche ist zweifelsohne die Andreaskirche „auf dem Berge“, zugleich ehemals mit Wällen und Mauern befestigte Wehrkirche, wobei man heute noch die Lage der einstigen Gaden erkennen kann. Sie ist romanischen Ursprungs (ehemals romanisches Tonnengewölbe) und dementsprechend zu datieren. Ihr Patrozinium ist im ehemaligen Würzburger Landkapitel Coburg einmalig. Andreas galt als der Schutzpatron der Metzger, Fischer und Seiler. Er wurde gerne bei Rotlauf, Krämpfen, um Kindersegen und als Vermittler in Liebessachen angerufen. Der 1290 erwähnte Geistliche Ludwig dürfte Pfarrer der Bergkirche gewesen sein. Der Vorturm, durch den man den jetzigen Friedhof betritt, war einst  Gefängnis: am Eingang erkennen wir noch so genannte Wetzrillen. Das gesamte Mauerwerk dürfte aus dem 16. Jahrhundert stammen.

Die jüngere Stadtkirche, noch Mitte des 15. Jahrhunderts als Kapelle bezeichnet, ist gotischen Ursprungs. Den dafür typischen Spitzbogen erkennen wir noch außen am Kirchturm im Bereich des Altarfensters. Nachdem im 14. Jahrhundert die Pfarrei auf dem Berge eingegangen sein muss und die Gläubigen wieder von Heldburg aus versorgt wurden (1424 ist lediglich eine Vikarie der Stadt überliefert, für die der Rat der Stadt Güter und Zinsen zu Gemünda erwarb), beantragten der Bürgermeister und der Rat der Stadt Ummerstadt mit Zustimmung des Heldburger Pfarrers 1448 die Errichtung einer neuen Pfarrei Ummerstadt unter Abtretung von der Pfarrei Heldburg mit der Bartholomäuskapelle als Stadtkirche. So wird in den Diözesanmatrikeln des Bistums Würzburg von ca. 1464 die Pfarrei als „ecclesia parrochalis nova“ bezeichnet. Der Apostel Bartholomäus erfreute sich dabei im Spätmittelalter einer wachsenden Beliebtheit unter den Heiligen: er war der Patron der Fellhändler, Gerber, Buchbinder, Schuhmacher, Schneider, Metzger und Weingärtner. Ihm waren in der näheren Umgebung Kirchen u.a. in Stressenhausen, Memmelsdorf/Ufr. und Ottowind (Rodach) geweiht.

1496 (Nov. 4) bestätigte der Würzburger Fürstbischof Lortenz von Bibra die Stiftung einer Frühmesse durch die Einwohner von Ummerstadt an der Stadtkirche; erster Inhaber dieser Maria geweihten Vikarie wurde Andreas Gottfried. Kenntnis haben wir in Ummerstadt auch von einer St. Urbans-Bruderschaft; das deutet wie andernorts u.a. auch auf regen Weinbau in Ummerstadt hin; Urban war der Heilige des Weinanbaus.

1528 wurde im Zuge der Reformation Ummerstadt mit seinen Filialen Colberg, Bilmuthausen und Erlebach evangelisch, der bisherige Geistliche „seiner lehr halben ganz wankelmutig“, mit einer Pension in den Ruhestand versetzt; an seine Stelle trat der bisherige Prediger von Heldburg, Johann Tuchscherer.

Während des 30-jährigen Krieges wurden im Sept.,/Okt. 1632 durch Truppen Wallensteins die beiden Kirchen mit einem großen Teil der Häuser beschädigt bzw. in Schutt und Asche gelegt. Nachdem noch 1620 die Andreaskirche wiederhergestellt worden war (Inschrift mit dieser Jahreszahl an der Turm-Ostfront unten rechts), musste sie daher 1633 erneuert werden: eine neue Empore wurde eingebaut, der Chor erweitert, ein neuer Altar aufgestellt und eine Sakristei aufgerichtet. Ende 1638 wurde der Kirchengemeinde zum Bau einer neuen Kirche 100 Gulden von Veit Ulrich von Marschall, Greif genannt, zu Einöd und Erlebach gesessen, vermacht. Doch konnte die Stadtkirche erst wieder 1652 unter Benutzung des „gebliebenen Gemäuers“ durch den Baumeister Bernhard Weingärtner, Zimmermann zu Rieth, wiederaufgebaut werden. Der Giebel des Daches reichte damals ca. 1 m über den mittleren den Turm umlaufenden Steinfries. Zahlreiche heimische Handwerker wirkten auch bei diesem Bau mit. Die älteste noch vorhandene Glocke von 1663 stammt von Hans Heinrich Rausch aus Erfurt; ihr Durchmesser beträgt 93 cm. Die beiden übrigen Glocken von 1785 und 1840 fielen den zwei Weltkriegen zum Opfer. An ihrer Stelle wurden drei 1952 gegossene Stahlglocken installiert.

Die umfassendste Erneuerung der Stadtkirche erfolgte 1745/48. Dabei erhielt sie jene innere und äußere Gestalt, die durch die letzte Renovierung 1980/90 wiederhergestellt werden konnte. Das Kirchenschiff (die Grundsteinlegung erfolgte am 2. Aug. 1745, die Aufrichtung im Okt. 1746) wurde, vom so genannten Markgrafenstil beeinflusst, neu erbaut.

Jener vor allem im Ansbachisch-Bayreuthischen Gebiet beheimatete Baustil begegnet uns z.B. in den Kirchengebäuden von Unterlauter, Weißenbrunn v.W., Gauerstadt /Lkrs. Coburg), Eishausen und Hellingen. Während bei all jenen Kirchen der bisherige Chorraum im Turmbereich zugemauert wurde, um so eine Einheit von Altar und Kanzel zu schaffen, wurde in Ummerstadt die weite, hohe Öffnung zum Chorraum in Form eines Triumphbogens beibehalten und die Kanzel, ähnlich wie in Käßlitz (1738) oder später in Rodach (um 1758) mit seitlichem Zugang am nördlichen Triumphbogen-Pfeiler angebracht. Der rundbogige, rechtwinklich profilierte Triumphbogen-Pfeiler angebracht. Der rundbogige, rechtwinklig profilierte Triumphbogen ruht auf Pfeilern mit toskanischen Kapitellen. Ebensolche Pfeiler tragen die zwei Emporengeschosse. Über dem Schlußstein jenes Triumphbogens erkennen wir die Anfangsbuchstaben des damaligen regierenden Herzogs von Sachsen-Hildburghausen, Ernst Friedrich Carl III. (1727-1780), der zu jener Zeit noch unter der Vormundschaft seiner Mutter, der Herzogin Caroline, stand: E F C.

Davon kündet auch die Inschrift über dem Südportal der Kirche unterhalb des Allianz-Wappens der Herzöge von Sachsen- Hildburghausen. Eine über dem Triumphbogen später, wohl 1892 angebrachte Inschrift „Ehre sei Gott in der Höhe’“ wurde im Zuge der letzten Renovierung 1990 entfernt. Das Kruzifix am Südpfeiler des Triumphbogens stammt (ebenso wie das Vortragekreuz) aus dem 18. Jahrhundert und wurde mehrfach erneuert. Der Taufengel, jugendlich, geflügelt, ist in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts angefertigt worden. Der Deckel des Taufbeckens ist mit einem Gotteslamm bekrönt. Die Gedenktafel am südlichen Triumphbogen, aus weißem Marmor, angefertigt von dem Bildhauer Adelbert Deutschmann aus Coburg, wurde in Dankbarkeit für die Bewahrung der von hier 1870/71 ausmarschierten Bürgern Ummerstadts gewidmet. Eine Tafel an der linken Seite erinnert an den einzigen in jenem Krieg Gefallenen: Carl Weiß.

Die flachen Decken im Chor und der niedrigen Sakrisstei wurden 1747 geputzt und mit einigen Stucklinien verziert. Im Langhaus wurde ein Spiegelgewölbe mit sehr großem Spiegel gebildet, mit Linien, auch mit einigen Rokoko-Rosetten, die in der Fläche verteilt sind, und mit Kartouchen in den Wölbflächen-Mitten stuckiert. Auch dies durchaus typisch für den Markgrafenstil, wie wir ihn aus jener Zeit in den ebenfalls erneuerten Kirchen von Coburg, die Moritz- und Heiligkreuzkirche, vorfinden. Die Bauleitung des Neubaus hatte Meiste Andreas Bader von Sternberg (bei Bad Königshofen). Die Zimmermannsarbeiten waren dem Hofzimmermeister Paul Rohrbach aus Coburg übertragen worden, der bereits am Umbau der Morizkirche zu Coburg, an der Kirche zu Unterlauter und am Bau des Jagdschlosses zu Rodach mitgewirkt hatte bzw. mitwirken sollte. Das Fenster im Altarraum mit dem auferstandenen Herrn wurde zum „ewigen Gedächtnis an Deutschlands Kampf und Not in den Jahren 1914 -. 1919 erstellt, gestiftet von Frau Auguste Fischer, ausgeführt auf Veranlassung von Pfarrer Th. Standhartinger, 1990 renoviert.

Unser Blick fällt im Innern des Kirchenschiffs westlich auf die Orgel, die sich auf der 2. Empore befindet. Der Orgelprospekt ist ein ebenfalls für das 18. Jahrhundert typisches Barockgehäuse. Erbaut     wurde sie vom hildburghäusischen Hoforgelmacher Johann Christian Dotzauer (1696-1778). Er schuf zu seiner Zeit u.a. auch die Orgeln von Effelder, Dingsleben, Crock, der Stadtkirche von Hildburghausen und vermutlich auch von Rodach; ihm wurde das „privilegium exclusivum“ für Sachsen-Hildburghausen verliehen. Schon 1764 mussten alle Zimmpfeifen diese von 1859 an von einer der Schmiedefelder Orgelwerkstätten (entweder durch Ferdinand Möller oder Michael Schmidt) erneuert. In ihrer Disposition ähnelt sie dabei der der 1858 durch den Schmiedefelder Orgelbauer Michael Schmidt neu eingerichteten Rodacher Orgel.

Im Außenbereich des Langhauses - wir verlassen nun den Kirchenraum - bilden dorische Pilaster die Eck-Einfassungen und Zwischenteilungen. An der Nordseite befindet sich in der Mitte eine Eingangstür mit Ohren und einem in der Mitte des Sturzes vortretenden Stein. Darauf ist ein Aufsatz mit Einfassung von Rokoko-Schnörkeln und Blumen und mit einem S-förmig geschweiften, von einem Engelskopf bekrönten Giebel. Die auf die Einweihung der Kirche bezogenen Verse lauten: “sieh Herr, hier weyht dein Volck dier einen Tempel ein

du sollst fort unser Gott und dies dein Wohnhaus sein

der Schutz gebühret dier Du wirst schon drüber wachen

und uns in deinem Hauß zu deinen Tempeln machen.“

Rechts und links von der Türe sind je zwei Fenster mit oberen Eckkröpfungen und in der Mitte des Sturzes vortretendem Stein.

Die Südseite (zum Viehmarkt zu) ist wie die Nordseite gestaltet, nur die Eingangstür einfach rechteckig, mit Rundstab in der Profilierung, antik gebildetem Gebälk und hohem Aufsatz. Derselbe steigt an den Seiten unten mit einfassenden Volutem-Schnörkeln darüber senkrecht auf und enthält in Schnörkel-Umrahmung eine lateinische Inschrift von 1747 im Blick auf den Bau und nimmt dabei Bezug auf Christian Friedrich Marschall von Herrengosserstedt (Krs. Naumberg), der in seiner Eigenschaft als Regierungs- und Konsistorialpräsident den Kirchenbau geleitet hat. An der Westseite, gegenüber dem Kindergarten, dem früheren Schulhaus, ist die Eingangstür mit Rundstab, vortretendem Stein am Sturz und Aufsatz gebildet, über dem das Wappen von Ummerstadt angebracht ist: im gevierteilten Feld der thüringische bzw. der markmeißnische Löwe. Um 1400 erschienen erstmals die vier Felder mit den Löwen auf einem ‘Siegel. Darunter lesen wir einen Spruch aus Jesaja 56, Vers 7: Mein Haus heißet ein Bethaus allen ‘Völckern. Darunter: Im Jahr des Heyls 1747. Über der Tür befindet sich rechts und links ein Fenster mit Eckkröpfungen und vortretender Sturz-Mitte. Alle Tafeln (Aufsätze) mit den Inschriften fertigte Bildhauer Hermes von Hildburghausen an.

Anlässlich der Wiederweihe am 23. Juni 1748 wurde die Stadtkirche „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ umbenannt (so auch in Unterlauter), doch dieser neue Name hat sich nicht durchsetzen können. Die Stadtkirche ist für die Ummerstadter bis zur Gegenwart die Bartholomäuskirche geblieben. Eine größere Renovierung wurde erst wieder 1892 durchgeführt.

In den ersten Apriltagen des Jahres 1945 wurde am Ende des 2. Weltkrieges der Turm der Andreaskirche und ein Teil des Kirchengebäudes durch amerikanische Artillerie in Brand geschossen, nachdem in sinnloser Weise da und dort noch Widerstand geleistet worden war. Dadurch wurde das weithin sichtbare Wahrzeichen Ummerstadts, der über 40 m hohe Turm mit seinem beschieferten achteckigen Helm, der unten von vier Ecktürmchen umgeben war, zerstört. Erst 1960 konnte die Andreaskirche am 8. Juli 1990 in feierlichem Rahmen wieder geweiht werden. Außer den beiden Kirchen sind der schöne Marktbrunnen (1743) und die gepflegten wertvollen Fachwerkbauten (Rathaus, Bürgerhäuser) aus dem 16./18. Jahrhundert besonders sehenswert.

Ummerstadt ist der Geburtsort des Theologen Johann Georg Rosenmüller und des Schriftstellers Friedrich Konrad Müller von der Werra. Rosenmüller, geboren am 18. Dez. 1736 (eine Erinnerungstafel an seinem Geburtshaus in der Colberger Straße), u.a. Professor in Erlangen, Thomaskirche, war ein fruchtbarer Predigt- u. Erbauungsschriftsteller, ein Umgestalter der Kirche im Sinn der Aufklärung, zugleich um das Schulwesen bemüht. Er starb 1815 (14. März) in Leipzig.

Müller v.d. Werra (eine Erinnerungstafel befindet sich am ehemaligen Diakonats haus am Marktplatz) wurde als Sohn eines Pfarrers am 14. Nov. 1828 geboren. Er war Apotheker und Arzt, als deutscher Patriot widmete er sich vor allem der Lyrik. Man muss „sich einerseits vor der Überschätzung seiner einem etwas wohlfeilen Turnerpatriotismus huldigenden Richtung hüten, wie andererseits vor Unterschätzung.“ Zahlreiche seiner Lieder sind von Komponisten des 19. Jahrhunderts in Musik gesetzt und so bekannt geworden, wie etwa die „Hymne“  (Lobpreiset laut und rühmt) von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha. Müller v.d. Werra erhielt 1871 die Ehrendoktorwürde der Universität Jena, 1872 wurde er zum Ehrenbürger seiner Vaterstadt Ummerstadt ernannt. Er starb am 26. April 1881 zu Leipzig.

 

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