Eigentümlichkeiten

Der eingesessene Bürger ist vor allem durch seine Arbeitsamkeit bekannt. Er ist Frühaufsteher und man sagt daher scherzweise von Ihm: " Er legt sich nur mit einem Bein ins Bett". Das Fleiß und Tüchtigkeit auch die weibliche Bevölkerung auszeichnen, mag aus der Redensart erkannt werden: „Mit einem Ummerstadter Mädchen, das man sich zur Frau nimmt, verdirbt man nicht".

Bürgerfleiß, verbunden mit einfacher Lebensführung und der aus beiden resultierenden Sparsamkeit brachten Ummerstadt ganz besonders in den Zeiten, wo seine Gewerbe noch blühten und die fast in jedem Hause vorhandenen Sparkassenguthaben der Bürger noch nicht durch die Inflation zerstört waren, in den Ruf eines reichen Städtchens.  

Daß der einheimischen Bevölkerung noch Humor und Mutterwitz in hohem Maße eigen sind und sie sich in Not und Unglück äußerst hilfsbereit und gefällig zeigten, soll nicht unerwähnt bleiben. 

Von Fremden werden die Einwohner öfters für das Begehen von Torheiten, den sogenannten "Ummerstädter Streichen" verantwortlich gemacht. Sie nehmen das aber nicht so tragisch, sondern ertragen den Spott der Auswärtigen mit Gelassenheit.

 

Beispiel gefällig?

Zur Verteidigung des Landes hatte man schon vor dem Dreißigjährigen Krieg eine Landmiliz, die  zweimal pro Jahr zu militärischen Übungen anrücken musste. Dieser Einberufung aber wurde nicht immer Folge geleistet - und der Befehl des Landesherrn, Herzog Casimir von Coburg,  öfter nicht respektiert. In  den historischen Aufzeichnungen fand sich folgender Bericht:

"Am 8. Mai 1599 bekamen die Ummerstadter den Befehl, sich mit ihren Wehren und Rüstungen in Heldburg zu einer Besichtigung und Übung zu melden. Nach anfänglicher Weigerung rangen sie sich doch zum Marsch nach Heldburg durch. Auf dem dortigen Marktplatz angekommen,  verweigerten sie dann die Aufstellung neben der Bürgerschaft zu Heldburg mit ihren Wehren. Sie verweigerten jeden Befehl und führten nur ,widerwärtige Reden´.

Nach der Besichtigung auf dem Marktplatz sollten die Ummerstadter hinter den Heldburgern auf ein Feld marschieren und ihre Übung durchzuführen.

Doch die Ummerstadter blieben trotzig stehen. Als die Bürgerschaft und das Landvolk von Heldburg nicht mehr  zu sehen waren, setzten sich die Ummerstadter in Bewegung und schossen trotz strengen Verbots, nach Herzenslust in der Stadt herum. Auf dem Feld angekommen, führten sie wieder schlechte Reden und schrien nur herum. Daraufhin beschloss man, die Ummerstadter wieder nach Hause zu schicken.“

Seit jenem Tag sind fast 400 Jahre ins Land gegangen. Vieles hat sich verändert. Wie die Ummerstadter heute sind, werden Sie fragen; die Antwort darauf finden Sie sicher bei einem Besuch in unserer kleinen Stadt. „Widerwärtige Reden“ haben Sie in keinem Fall zu befürchten...  

weitere Streiche der Ummerstadter die immer für ein Späßchen zu haben sind

1. Ein Ummerstädter Bürger ging ins Wirtshaus. Beim Heimkommen im nicht ganz nüchternen Zustand mußte dieser feststellen, daß "Freunde" vor der Haustür einen Meter Holz aufgeschlichtet haben.

2. Ein Bauer wurde immer wieder gepiesackt. Als dieser einmal aus dem Fenster sah, wer Ihn gerufen hatte, schmissen die Bösewichte Ihm eine mit Blut gefüllte Schweineblase mitten ins Gesicht. Der entsetzte Mann schrie wie am Spieß nach seiner Frau: "Emma, Emma, die haben mich erschossen !"

3. Ein beliebter Spaß war auch das Zwirnen. Ein langer Bindfaden wurde am Fenster des "Opfers" befestigt. Am Bindfaden wurde gezogen und gezupft. was ein schnurrendes oder klopfendes Geräusch erzeugte. Der Ahnungslose im Haus glaubte, man klopfe bei Ihm an die Scheibe. Dieser schaute nach wer Draußen war. Selbstverständlich war keiner zu sehen. (auch der Bindfaden nicht).

 

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